Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts

Die Ausstellung zur Kultur- und Landesgeschichte des 20. Jahrhunderts im Oldenburger Schloss spannt einen Bogen vom Ersten Weltkrieg über die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus bis zu den sechziger Jahren.

Wie in ganz Deutschland löste der Kriegsbeginn 1914 auch in Oldenburg eine nationalistische Hochstimmung aus. Diese Euphorie wich mit den zunehmenden Verlusten an der Front rasch der Ernüchterung. Das in Oldenburg stationierte Infanterie-Regiment 91 verlor bereits im ersten Monat seines Kampfeinsatzes fast die Hälfte des ursprünglichen Personalbestands durch Tod, Verwundung bzw. Gefangennahme. Im Prinzenpalais wude ein Lazarett für Kriegsversehrte eingerichtet. Die Uniformen und Ausrüstungsgegenstände im Schloss stammen aus dem Oldenburger Land.

Die Abdankung des Oldenburger Großherzogs Friedrich August (1852-1931) erfolgte am 11. November 1918, Oldenburg wurde Freistaat. Die Nationalsozialisten übernahmen bereits im Juni 1932 die Macht, ein halbes Jahr vor der reichsweiten „Machtergreifung“. Wie überall im Reich wurde auch der „Gau Weser-Ems“ gleichgeschaltet und die jüdische Bevölkerung gesellschaftlich und wirtschaftlich isoliert. Objekte wie ein Judenstern, Fotos und Schriftstücke von Opfern des Nationalsozialismus zeigen die Verfolgung der Menschen. Für die Soldaten an der Front war die Feldpost die einzige Verbindung nach Hause.

Die Nachkriegszeit war geprägt von der Unterbringung, Versorgung und Eingliederung der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen, deren Zustrom die Einwohnerzahl des Landes Oldenburg von 1939 bis 1950 um circa 40 Prozent anwachsen ließ. Am 8. November 1946 ordnete die britische Militärregierung rückwirkend zum 1. November die Bildung des Landes Niedersachsen an, dem Oldenburg seither angehört.

Die fünfziger Jahre brachten den Aufbruch in die Konsumgesellschaft. Nierentisch, Cocktailsessel, resopalbeschichtete Blumenständer und Tütenlampe prägten den Wohnstil jener Jahre. Gegen Ende des Jahrzehnts kamen funktionale Möbel auf den Markt, die sich in den sechziger Jahren wachsender Beliebtheit erfreuten.

 In den sechziger Jahren prallten verschiedene Lebensstile aufeinander. Sie verstärkten den bereits bestehenden Generationenkonflikt zwischen Alt und Jung und lösten einen tiefgreifenden Wertewandel aus.

 

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