Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit

Im Ausstellungsbereich „Frühe Neuzeit“ (1500-1800) reicht das Spektrum der Themen von der Reformation im Oldenburger Land über den Handel im 17. Jahrhundert und das Leben am Oldenburger Hof im 16. und 17. Jahrhundert bis zu den Hofmalern dieser Epoche, Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751-1829) und Ludwig Philipp Strack (1761-1836).

1573 gelangte die Reformation in der Grafschaft Oldenburg zu einem gewissen Abschluss, als die beiden Söhne Graf Antons I., die Grafen Anton II. (gest. 1619) und Johann VII. (gest. 1603) durch die Oldenburgische Kirchenordnung des Hermann Hamelmann das Kirchen- und Schulwesen sowie die Armenfürsorge in ihrem Territorium einheitlich regeln ließen. Parallel zur „Reform der Lehre“ bzw. im Anschluss daran begann die Landesherrschaft mit der „Reform des Lebens“: Der Oldenburger Landesherr erließ an der neuen Lehre orientierte Verordnungen, die das sittlich-moralische Verhalten der Untertanen regelten.

Die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kaufleute waren zugleich Groß- und Einzelhändler. Viele kauften ihre Waren nicht nur auf nahegelegenen Märkten, sondern auf den Handelsplätzen Europas. In der Grafschaft war die Residenz mit ihren Jahrmärkten Zentrum des Warenaustausches für Stadt und Land. Wie in zahlreichen Territorien des Reiches, so traten auch in Oldenburg im 16. und 17. Jahrhundert sowohl Kaufleute als auch Fürsten bzw. deren Beauftragte als Fernhändler auf.

Graf Anton Günther (1583-1667) setzte die Handelstradition seiner Vorfahren fort. Gute Einnahmen brachte ihm auch seine Pferdezucht, die weithin berühmt war. An Pferden verschenkte er während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) über 700 Stück „zum Besten des Landes“. Oldenburger Kaufleute unterhielten Anfang des 17. Jahrhunderts Schiffe, die Ostseehäfen anliefen oder nach Frankreich, Spanien und Portugal fuhren, um von dort Waren zu holen. Ende dieses Jahrhunderts holten oldenburgische Schiffe Roggen aus Danzig, Gerste aus Pommern, Fisch, Teer und Tran aus Norwegen. Dorthin gingen Roggen, Gerste, Hafer, Malz, Hopfen, Kornbranntwein und Oldenburger Leinen.

Eines der kleineren Territorien des „heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation“ umfasste im 17. Jahrhundert die Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst. Politischer und kultureller Mittelpunkt dieses Landes war der Hof zu Oldenburg. Der Hofstaat umfasste die Familie des Landesherrn, die Adelsfamilien, die am Hofleben teilnahmen sowie das Dienstpersonal in Küche, Stallungen, Jägerei und Garten. In Zahlen ausgedrückt waren das 1637 insgesamt 303 Personen. Das Leben am Oldenburger Hof entsprach dem an anderen Höfen Deutschlands und Europas, nur ging es bescheidener zu als in Paris, Dresden, Wien oder München. Nach dem Tod Graf Anton Günthers 1667 fiel sein Territorium an Dänemark, weil er keinen legitimen Nachfolger hinterlassen hatte.

1773 kamen die beiden Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst im Rahmen eines Gebietstausches mit Dänemark an die jüngere Gottorper Linie. Die Grafschaften wurden 1774 per Reichsdekret zum Herzogtum Oldenburg erhoben. Wie jeder Landesherr so nahm auch Herzog Peter Friedrich Ludwig (1755-1829), der ab 1785 die Regierungsgeschäfte übernahm, Maler in seine Dienste. Ludwig Philipp Strack und sein Vetter Johann Heinrich Wilhelm Tischbein fertigten ab 1799 bzw. 1808 klassizistische Bilderzyklen und das repräsentative Raumprogramm, das die italienische Lebenskultur widerspiegeln sollte. Im Auftrag des Herzogs malte Tischbein 1819/20 für das Vorzimmer des herzoglichen Kabinetts die bekannten Oldenburger Idyllen.

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