Deutscher Impressionismus

In der 1898 als organisierte Gegenbewegung zur offiziellen Kunst- und Ausstellungspolitik gegründeten Berliner Sezession schufen Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt Meisterwerke des Deutschen Impressionismus. Im Oldenburger Landesmuseum sind sie mit Gemälden und Grafiken aus der Zeit zwischen 1890 und 1930 vertreten.

Der Entstehung des Deutschen Impressionismus gehen die innovativen Ideen des Leibl-Kreises voraus. Von Wilhem Trübner, der aktives Mitglied dieser Gruppe war, ist dessen Selbstportrait im Prinzenpalais zu sehen. Sein im groben Pinselstrich gefertigtes Bildnis Lina von Schauroth zu Pferde (1902) erinnert an das royale Reiterportrait früherer Zeiten; ein Vergleichsstück stellt das Regensburger Portrait Erna von Holzhausen zu Pferde Trübners aus dem Jahr 1901 dar.

Besonders hervorzuheben ist das 1919 entstandene Bild Haus am Wannsee von Max Liebermann. Es ist lange nach den tonig-dunklen Werken der Frühzeit des Künstlers entstanden und von einer leuchtend-hellen Farbpalette bestimmt. Wie Claude Monet mit seinem von Garten und Teichen umgebenen Sommerhaus in Giverny vor den Toren der Stadt Paris, entfloh auch Liebermann 1909 der Berliner Großstadthektik und ließ sich ein Landhaus am Wannsee erbauen. Gemeinsam mit Alfred Lichtwark, dem damaligen Direktor der Hamburger Kunsthalle, plante er die Gliederung und Bepflanzung des Seegrundstückes, das ihn zu mehr als 100 Gemälden anregen sollte.

Die drei Gemälde Das Karussell (1903), Der blinde Prophet (1904) und Wilhelmine mit Ball (1915) geben einen Einblick in das umfangreiche Werk von Lovis Corinth. Der nach einem Schlaganfall 1911 in der Bewegung eingeschränkte Maler fand im Laufe der Jahre zu einem über den Impressionismus hinausweisenden Ausdrucksstil, der ihn zu einem Mittler zwischen Im- und Expressionismus werden ließ.

Nach inneren Auseinandersetzungen und dem Austritt vieler Mitglieder 1914 sowie der Neugründung der Freien Sezession (und später der Neuen Secession), existierte die Berliner Sezession zwar bis in die 1930er Jahre hinein, hatte aber die Produktivität und Bedeutung der ersten Jahre nicht beibehalten. Lovis Corinth verblieb auch nach 1914 in der Berliner Sezession und stieg als letzter verbliebener Künstler mit internationalem Renommee ins Präsidentenamt auf.

Bereits mit seinen ersten Gemäldeankäufen öffnete der aus Frankfurt/Main berufene Gründungsdirektor Walter Müller-Wulckow das Landesmuseum Oldenburg für die Moderne: Zu den ersten Erwerbungen seiner Amtszeit gehörten 1921 Erich Heckels Dangaster Landschaft (1908) und Max Beckmanns Landschaft Am Strand von Wangerooge (1909). Geschickt hatte Müller-Wulckow bei diesen Erwerbungen den Auftrag des Landesmuseums, Zeugnisse regionaler Kunst und Kulturgeschichte zu sammeln mit seinem glühenden Bekenntnis für die Kunst zur Moderne verbunden: Sowohl der Fischerort Dangast am Jadebusen, als auch die Nordseeinsel Wangerooge gehörte zum damaligen Freistaat Oldenburg. Während Heckels Landschaft den Einfluss van Goghs auf die Maler der Brücke in Dangast sichtbar werden lässt, steht die Wangerooger Landschaft für das Frühwerk Beckmanns, das noch von der tonigen Auffassung des Impressionismus dominiert wird.

Das Landesmuseum beherbergt darüber hinaus Werke der Sezessionisten Karl Hagemeister, Käthe Kollwitz, Renée Sintenis und August Gaul. Einige Künstler, die zeitweise Mitglieder der Berliner Sezession waren, fanden sich in anderen Konstellationen wieder, wie beispielsweise Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff als Gründungsmitglieder der Künstlergemeinschaft Brücke.

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