Worpsweder Künstlerkolonie

1884 begann mit dem Besuch Fritz Mackensens im Moordorf Worpswede, nördlich von Bremen, die Geschichte der einflussreichsten norddeutschen Künstlerkolonie. Zwischen 1889 und 1896 ließen sich Fritz Mackensen, Heinrich Vogeler, Fritz Overbeck, Otto Modersohn, Carl Vinnen und Hans am Ende hier nieder. Sie hatten sich an der Düsseldorfer Kunstakademie kennengelernt und schätzten nun die Ursprünglichkeit der Landschaft und die Abgeschiedenheit des Dorfes Worpswede. Der 1895 von Heinrich Vogeler erworbene Barkenhoff – ursprünglich ein Bauernhof – wurde zum Zentrum der Worpsweder Künstlerkolonie und seiner sogenannten „Familie“, zu der um 1900 auch Paula Becker, Clara Westhoff und Rainer Maria Rilke zählten.

Trotz des Rückzugs der Maler ins Moor waren die Gemälde der Worpsweder Künstlerkolonie ab 1895 in zahlreichen Ausstellungen vertreten. Ab 1897 wurden ihre zunächst heftig umstritten Werke auch im Oldenburger Augusteum gezeigt. In der dortigen 341. Ausstellung des Oldenburger Kunstvereins, aus der Otto Modersohns farbstarkes Gemälde Überschwemmung erworben wurde, waren erstmals im Oldenburger Land auch Werke der 1907 verstorbenen Malerin Paula Modersohn-Becker zu sehen. Sie verband die Einflüsse der Worpsweder Landschafts- und Figurenmalerei mit den Entwicklungen der Pariser Moderne zu einem eigenen Stil.

In der Galerie Neue Meister des Landesmuseums sind heute Werke aller Gründungsmitglieder der Worpsweder Künstlerkolonie vertreten sowie bedeutende Beispiele der Malerei Paula Modersohn-Beckers – sowohl aus der Worpsweder als auch aus ihrer Pariser Zeit.

Für die Freilichtmalerei im Oldenburger Land steht das Werk von Georg Müller vom Siel. Nach Worpsweder Vorbild rief er ab 1896 in Dötlingen eine Künstlerkolonie ins Leben und unterrichtete hier zahlreiche Schülerinnen, bevor er 1909 mit der Diagnos Schizophrenie in die Nervenheilanstalt Wehnen eingewiesen wurde. Dort starb er 1939. Während Müller vom Siel nach zahlreichen Reisen ins Oldenburger Land zurückgekehrt war, wählte sich der gebürtige Oldenburger Paul Müller-Kaempff Ahrenshoop auf dem Darß zum Domizil und wurde zum Mitbegründer der dortigen Künstlerkolonie.

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